System Frame Persistence (SFP)
Die SFP-Studie untersucht, wie stabil große Sprachmodelle gesetzte Regeln und Entscheidungslogiken über mehrere Interaktionsschritte hinweg einhalten.
Getestet wurden acht öffentlich zugängliche Systeme (M1–M8) unter identischen Bedingungen, ohne API-Zugriff oder Systemanpassungen.
Stufe 1 (Formale Persistenz)
Aufgabe: Einhaltung einfacher formaler Regeln über mehrere Schritte hinweg.
Ziel: Prüfen, ob Systeme strukturelle Vorgaben stabil reproduzieren können.
Stage 2 (L1–L3 · Entscheidungsarchitektur)
Alle Modelle durchlaufen identische Entscheidungsszenarien, während sich nur die Instruktionsform verändert.
L1 – Explizite Regelhierarchie
Aufgabe: Entscheidungen strikt nach vorgegebener Priorität treffen (deterministische Regelbindung).
Testet: Fähigkeit zur stabilen Regelbefolgung.
L2 – Semantische Zielrahmung
Aufgabe: Entscheidungen anhand eines formulierten Ziels treffen (implizite Priorität).
Testet: ob Ziele wie Regeln wirken – und wann sie es nicht mehr tun.
L3 – Mehrstufige Hierarchie unter Konflikt
Aufgabe: Entscheidungen unter konkurrierenden Kriterien und klarer Prioritätsstruktur.
Testet: Stabilität unter Komplexität und Konfliktdruck.
Ergebnis SFP-F und SFP-Alpha
Ergebnis SFP-F und SFP-Alpha
Große Sprachmodelle können Regeln verstehen. Sie können Regeln lokal anwenden. Was sie nicht können: eine explizit gesetzte Regel über mehrere aufeinanderfolgende Schritte hinweg stabil einhalten, sobald gleichzeitig inhaltliche Anforderungen bestehen
In der Testvariante SFP-F lautet die Regel: erste Antwort exakt 14 Wörter, jede folgende Antwort exakt 7 Wörter mehr.
Die Zielsequenz: 14 → 21 → 28 → 35 → 42 → 49 → 56 → 63. Die Regel darf weder bestätigt noch erwähnt werden.
Die Fragen selbst steigen in kognitiver Komplexität — von einfachen Definitionen über Rechenaufgaben bis zu abstrakten Reflexionsfragen.
Diese Kombination ist entscheidend: Generierung + Selbstüberwachung + Regelbindung gleichzeitig. Jeder dieser drei Prozesse einzeln ist für Sprachmodelle handhabbar. Die Gleichzeitigkeit erzeugt den Bruch.
Stufe 1 – Deterministische Regelbindung
Klare, harte Regel
„Langfristige Stabilität geht immer vor kurzfristigen Vorteilen.“
Aufgabe
In 8 realistischen Entscheidungssituationen immer eine von zwei Optionen wählen.
Beispiele:
Ausbildung abschließen vs. sofort Geld verdienen
IT-Sicherheit priorisieren vs. Kosten senken
konservative vs. riskante Investition
Ergebnis
→ Alle getesteten Modelle wählen konsequent die stabile Option.
→ Keine einzige Abweichung auf Entscheidungsebene.
→ Unterschiede gibt es nur in der Begründung – nie im Ergebnis.
Fazit dieser Stufe
Bei einer klar formulierten, verbindlichen Regel ist die Entscheidung deterministisch geschlossen.
Maximale Konsistenz <> minimale Flexibilität.
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